• Freiwillige Feuerwehr Stadt Mayen
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Wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, enden für die Freiwillige Feuerwehr nur die Außenübungen mit einer groß angelegten Abschlussübung, an der sich neben der Kernstadtwehr auch die Löschzüge aus Hausen, Kürrenberg und Nitztal beteiligen sowie die Jugendfeuerwehr.

Traditionell nutzen neben zahlreichen Angehörigen und Zuschauern auch die Stadtspitze, die Stadtratsfraktionen sowie die Ortsvorsteher und Beiräte der Stadtteile diese Übung, um durch ihre Anwesenheit die Verbundenheit und den hohen Stellenwert der Feuerwehr deutlich zu machen.

Mit der Erstellung und Modernisierung der Packstraße wurden bei der Firma Weig wichtige Flucht- und Rettungswege erweitert sowie der Brandschutz baulich und organisatorisch erneuert. Die sich ständig ändernden Gegebenheiten erfordern von den Feuerwehrkräften stets gute Ortskenntnisse, die ein wichtiger Bestandteil für den Ernstfall sind. Simuliert war bei der von Uli Walsdorf, Albert Ospel, Sierk Stern und Wolfgang Saur ausgearbeiteten Übung der Brand eines in einer Halle stehenden Lkw, der schnell auf den Auflieger und umliegende Materialien übergriff. Die starke Rauchentwicklung löst die Brandmeldeanlage aus und schneidet Fluchtwege ab. Durch Lüftungsöffnungen tritt der Qualm auch in einen Elektroraum und löst dort die Argonlöschanlage aus. Mit einem Megafon machte Hauptbrandmeister Albert Ospel den anwesenden Gästen die einzelnen Schritte der Übung verständlich und demonstrierte gleich eingangs, wie nach dem Erklingen der werkseigenen Alarmanlage nur wenige Sekunden später die Alarmierung der Feuerwehr ausgelöst wird.

Und dann geht es Schlag auf Schlag. Die ersten am Brandort eintreffenden Kräfte erkunden die Lage, legen den Atemschutz an und suchen mittels einer Wärmebildkamera nach Verletzten, die schon während des Eintreffens weiterer Kräfte und Fahrzeuge aus der Halle geborgen werden.

Die von der Jugendfeuerwehr dargestellten Verletzten mussten dabei länger in der Obhut von Feuerwehrkräften verbleiben als beabsichtigt, weil der für die Übung vorgesehene Rettungswagen des DRK sowie der Notarzt zunächst noch einen echten Einsatz absolvieren mussten. David Gleis und Christian Hennerici von der Rettungswache Mayen und der Sondereinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes haben die Übung der Feuerwehr erneut in vielfältiger Weise unterstützt. Sie konnten dabei auch auf zivile Kräfte zurückgreifen, die Einsatzleiter Uli Walsdorf dazu Kraft seines Amtes verpflichtet hatte.

Inzwischen probten Feuerwehrkameraden das Belüften des von Brandrauch und Argon gefluteten Elektroraums mittels Gerätschaften des erst 2016 vom Kreis beschafften und in Hausen stationierten Fahrzeugs für den Gefahrstoffbereich.

Das Edelgas Argon wird seit einigen Jahren anstelle eines umweltschädlichen Gases verwendet und hat Sauerstoff verdrängende Eigenschaften. Neben dem eintretenden Löscheffekt wird damit aber gleichzeitig Rettungskräften und Verletzten die dringend benötigte Atemluft genommen.

An anderer Stelle war mittlerweile die Wasserentnahme aus der Nette eingerichtet worden. Für ihre betrieblichen Zwecke nutzt die Firma Weig das Nettewasser und leitet es nach eingehender Klärung auch in den Fluss zurück. Für Feuerwehraufgaben ist ein eigener Wasserzugriff eingerichtet. 800 Liter Flusswasser stellte eine Pumpe minütlich mit hohem Druck für Löschzwecke zur Verfügung. Das Volumen hätte bei Bedarf leicht auf zwei Kubikmeter je Minute erhöht werden können.

Irgendwann erklärte Einsatzleiter Uli Walsdorf einfach den Schluss der Übung, weil alle Ziele erfolgreich absolviert waren. Alle Gerätschaften wurden wieder in die Einsatzfahrzeuge verstaut und man begab sich auf den Rückweg in die Mayener Feuerwehrzentrale an der Maifeldstraße.

Die stellvertretenden Wehrleiter Thomas Velten und Uli Walsdorf konnten dort schon Bürgermeister Rolf Schumacher und Weig-Geschäftsführer Xaver Weig begrüßen sowie viele der Gäste, die den Ablauf der Übung verfolgt hatten. In seinen Worten an die Kameradinnen und Kameraden der Wehr sowie des Roten Kreuzes erinnerte Velten kurz an die bis dato 230 Einsätze des Jahres, die Ehrungen von Stefan Stein, Wolfgang Saur, Dirk Wilhelmi und Daniela Stern für ihre Arbeit mit der Jugendfeuerwehr sowie das Nettehochwasser im Juni. Damit war die Wehr weit über ihre Belastungsgrenzen hinaus gefordert, weil umliegende Wehren entweder selbst betroffen oder beim Großereignis „Rock am Ring“ gebunden waren. „Besonders zu erwähnen ist dabei“, so Thomas Velten lobend, „dass auch eigene Kameraden von Überschwemmungen betroffen waren und trotzdem ihren Dienst in der Feuerwehr nicht vernachlässigt haben. Hut ab dafür.“ Abschließend gab der stellvertretende Wehrleiter noch einen kurzen Ausblick auf die Generalsanierung des Feuerwehrgerätehauses der Kernstadt, bevor er das Wort an Bürgermeister Schumacher weiterreichte.

„Ich darf Ihnen versichern, verehrte Kameradinnen und Kameraden, die Stadt Mayen ist und bleibt überaus stolz auf Sie“, so Schumacher, „die Bürgerinnen und Bürger sind froh, eine hervorragend ausgebildete und engagierte Mannschaft zu haben, die ihr Können nachhaltig in die Feuerwehr investiert. Sie geben uns allen ein Gefühl der Sicherheit, weil Sie unser Leben sowie unser Hab und Gut schützen.“ Der Bürgermeister zeigte sich auch erfreut darüber, dass die Abschlussübung auf dem Gelände von Weig durchgeführt werden konnte als einem für die dauerhafte Unterstützung der Freiwilligen Feierwehr bekannten Unternehmen. Auch in Zeiten knapper Kassen wolle die Stadt die Wehrleute weiterhin unterstützen, versicherte Bürgermeister Schumacher und erinnerte in diesem Zusammenhang an die gerade erfolgte Beschaffung von zwei Fahrzeugen für 380.000 Euro sowie übernommene Ausbildungskosten und die Beschaffung von Dienst- und Schutzkleidung. Mit dem großartigen Wahlspruch der Feuerwehr „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“ beendete Bürgermeister Schumacher seine Ausführungen. Auch Xaver Weig bedankte sich bei den Wehrleuten für die teilweise von ihnen übernommenen Aufgaben des Brandschutzes, die das Unternehmen selbst so nicht leisten könnte. Als kleines Dankeschön sei daher die Übernahme der Verpflegung des Nachmittags anzusehen, der im Feuerwehrdepot die Übung gesellig ausklingen ließ. Thomas Velten verblieb abschließend nur noch die undankbare Aufgabe, an das Aufräumen um 10 Uhr am Morgen des Sonntags zu erinnern.

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