• Freiwillige Feuerwehr Stadt Mayen
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So selbstverständlich wie die Jahresabschlussübung der Feuerwehr im Herbst in den Mayener Terminkalender gehört, wird bei der Wehr im späten Frühjahr das übungsintensive Sommerhalbjahr offiziell eröffnet.

Die Kameradinnen und Kameraden versammeln sich an diesem Tag beim Depot in der Maifeldstraße, um unter musikalischer Begleitung den Kirchgang anzutreten und dort den göttlichen Beistand für ihre teils lebensgefährlichen Hilfeleistungen an ihren Mitbürgern zu erbitten. Nach dem Gottesdienst in der St. Clemens Kirche stand an diesem Sonntag zusätzlich die Einsegnung eines neuen Fahrzeugs auf dem Programm, bevor es zum offiziellen Teil mit Ehrungen und Beförderungen zurück in die Mayener Feuerwehrzentrale ging.

Einsegnung des Gefahrstoffwagen Messtechnik

Nach dem Kirchgang war es an Kaplan Pater Majobi Amickattu, unter großer Anteilnahme der kirchgehenden Bevölkerung den Gefahrstoffwagen Messtechnik einzusegnen, dessen regelmäßiger Standort in Mayen-Hausen ist und der von den dortigen Kameraden besetzt und vorgehalten wird. Die Aufgaben des neuen Fahrzeugs fallen aber für den Gefahrstoffzug des Landkreises im gesamten Kreisgebiet an und Landrat Dr. Saftig hatte das Fahrzeug schon im vergangenen November an die Hausener Kameraden übergeben. Unter Absicherung des frisch gesegneten Fahrzeugs und wiederum musikalisch angeführt von der Feuerwehrkapelle traten die Feuerwehrleute ihren regenreichen Heimweg ins Depot an, um dort den offiziellen Teil des Tages zu begehen. Wehrleiter Andreas Faber begrüßte dabei zunächst einige besondere Gäste, darunter natürlich Oberbürgermeister Treis, der Kraft seines Amtes oberster Chef der Feuerwehr ist, sowie die für das Feuerwehrwesen verantwortlichen Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Der Feuerwehrchef ging in seinen Worten auf die wichtigen Übungsobjekte des Jahres ein wie beispielsweise das Nettebad, bei dem in diesem Jahr der Alarmplan getestet wird mit der Evakuierung von Badegästen. Aber auch die neue Jugendherberge, die mit ihrer Renovierung erstmalig eine Brandmeldeanlage erhalten hat, oder Objekte wie das Hochregallager der Fa. Ontex, die Reststoffverbrennung der Fa. Weig, die Neubauten der Lebenshilfe oder die Fa. Rosenbaum als Übungspartner der Jahresabschlussübung stehen im Sommerhalbjahr im Fokus der Übungen. In diesem Zusammenhang sprach Andreas Faber auch lobend von der Ausrüstung der Wehr mit Fahrzeugen, wobei besonders zwei neue zu nennen waren, die derzeit im 650 km entfernten Görlitz gebaut werden und noch im Mai zur Auslieferung kommen sollen. Mit Sorge erfüllt den Wehrleiter zunehmend der Zustand des großen Leiterwagens, den die Feuerwehr gezwungen ist, für die hohen Gebäude in der Stadt vorzuhalten. Die große Leiter wurde 1994 gebaut und ist damit schon vier Jahre länger im Einsatz als ihr Vorgänger. Zunehmende teure Reparaturen besonders der Elektronik von drei uralten miteinander kommunizierenden Computern, für die kaum noch Ersatzteile zu bekommen sind, wurden vielfach durch die Kollegen aus Polch überbrückt, machten aber auch schon kostspielige Ausleihungen erforderlich. Eine neue große Drehleiter kostet um die 650 Tsd. Euro und das ohne jeglichen Schnickschnack, wobei man diesen Ausdruck bei feuerwehrtechnischer Ausstattung überhaupt nicht verwenden darf. Ein dickes Lob der Leitung erfuhr auch die Jugendfeuerwehr, die in den letzten Tagen im Rahmen der Jugendsammelwoche in Mayen unterwegs war, um Spendengelder zu sammeln.

Mayens Oberbürgermeister und Feuerwehrchef Wolfgang Treis bedankte sich erneut und intensiv bei den Kameradinnen und Kameraden der Wehr und ihrer Familien für die immer wieder ehrenamtlich geleistete Arbeit unter teilweisem Einsatz von Leib und Leben. Bestimmt halten Einige die Dankesworte des Stadtchefs, besonders wenn man sie schon öfter gehört hat, für abgedroschene Phrasen. Dennoch kamen die Worte des Oberbürgermeisters in überzeugender Form und glaubhaft rüber. Auch beim obersten Feuerwehrchef ist inzwischen der Zustand der großen Drehleiter angekommen, den man sich in der Form mittelfristig nicht mehr leisten könne. Vor den von ihm vorzunehmenden Beförderungen und Ehrungen bat Oberbürgermeister Treis die Wehrleute um eine Schweigeminute für die ehemalige beliebte Oberbürgermeisterin Veronika Fischer, auch weil viele der anwesenden Wehrleute beim Auffinden der Leiche seinerzeit dabei waren.

Beförderungen und Ehrungen

Zu den schönen Aufgaben eines Feuerwehrchefs gehören natürlich Beförderungen und Ehrungen. Der Oberbürgermeister beförderte Jürgen Martin Zöllner zum Löschmeister. Ein Silbernes Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielten Heinz-Ulrich „Uli“ Walsdorf und Stefan Heinrich Neuhaus aus der Hand des Oberbürgermeisters. Vergeben hatte die Ehrung der rheinland-pfälzische Innenminister. Uli Walsdorf bekleidete im Verlauf der 25 Jahre viele Funktionen innerhalb der Wehr. 2013 wurde er von den Kameraden zum stellvertretenden Wehrleiter gewählt. Stefan Heinrich Neuhaus trat zunächst in die Wehr der Stadt Meckenheim ein. Bei mehreren Umzügen ist er der Freiwilligen Feuerwehr stets treu geblieben. Seit 2009 ist Herr Neuhaus nun bei der Mayener Wehr und der Oberbürgermeister dankte ihm besonders für seinen inzwischen langjährigen Einsatz in der Wachbereitschaft, für die es immer weniger Freiwillige gibt.

Stark erheiternd wirkten die Grußworte von Dechant Matthias Veit auf die anwesenden Wehrleute. Der Dechant war nach seinem in Kürrenberg gehaltenen Gottesdienst zu den Floriansjüngern gestoßen und berichtete von seinem ehemaligen Dorfpfarrer, der nicht gut auf Feuerwehrleute zu sprechen war, bis ein Christbaumbrand seine Meinung nachhaltig änderte. Der Dechant hatte eine Spende für die Feuerwehr mitgebracht und war unter großem Gelächter der Anwesenden bereit, über die Verteilung auf die Ortsteile im Rahmen des nächsten Kirchgangs zu verhandeln.

Nach Grußworten von Karl Josef Weber als Ortsvorsteher von Hausen, Dennis Falterbaum für die CDU und Dirk Meid für die SPD lud Wehrleiter Faber seine Wehrleute und die Gäste zu einem kleinen Fleischwurstimbiss und beendete den offiziellen Teil des Tages. „Den Menschen, denen wir helfen, denen helfen wir gerne“ so die abschließenden Worte des Wehrleiters.

(Quelle: Blick Aktuell, Ausgabe Mayen-Vordereifel vom 09.05.2017)

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