• Freiwillige Feuerwehr Stadt Mayen
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Am 8. Januar 2014 wurden ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie ein Rettungswagen zu einem Flachdachgebäude auf einem gartenähnlichen Grundstück alarmiert, da nach Angabe des Lebenspartners seine Frau krank im Bett liege.

Einsatz 08.01.2014Einsatz 08.01.2014

Nach dem Eintreffen fand der Rettungsdienst die Frau bewusstlos vor. Daraufhin erfolgte unter dem Einsatzstichwort „G2 Gasgeruch“ die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Mayen. Im Rahmen der Erkundung konnte festgestellt werden, dass eine Versorgung des Gebäudes mit elektrischer Energie durch eines mobilen Stromerzeugers erfolgte, der an der Hauswand in der Nähe eines Fensters positioniert und bei der Ankunft der Feuerwehr vom Rettungsdienst schon abgeschaltet war. Die unter umluftunabhängigen Atemschutz vorgehenden Kräfte des Angriffstrupps vom eingesetzten HLF 20 konnten schon kurz hinter dem Zugang zum Gebäude mit dem zur Verfügung stehenden Mehrgasmessgerät –die entsprechenden Alarmschwellen sind auf 30 ppm und 60 ppm kalibriert‑ eine Konzentration von ca. 87 ppm Kohlenmonoxid feststellen. Darüber hinaus wurde ein Kanarienvogel tot aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt war die bewusstlose Person bereits durch den Rettungsdienst aus dem Gebäude verbracht worden. Im weiteren Einsatzverlauf wurde durch die eingesetzten Kräfte eine umfangreiche Querlüftung mit Überdrucklüftern sowie Kontrollmessungen in regelmäßigen Intervallen vorgenommen. Die jeweiligen Messergebnisse sind dem Krankenhaus mitgeteilt worden, damit von dort entsprechende Maßnahmen ergriffen werden konnten. Insgesamt mussten sieben Personen in Folge einer Kohlenmonoxidintoxikation einer medizinischen Betreuung zugeführt werden. Nachdem eine Konzentration von weniger als 5 ppm Kohlenmonoxid festgestellt werden konnte, ist die Einsatzstelle an Kräfte der Polizei sowie des Ordnungsamtes übergeben worden. Diese haben die Wohnung amtlich verschlossen, um weitere Gesundheitsgefahren durch die fortgesetzte Ausgasung von Kohlenmonoxid aus Einrichtungsgegenständen zu vermeiden. Durch eine Fachfirma soll die Wohnung wieder freigegeben werden.

Der Einsatz verdeutlicht eindringlich die Notwendigkeit für die Mitführung entsprechender Mess- und Warngeräte sowie von umluftunabhängigen Atemschutzgeräten bei derartigen Lagen und bestätigt die Erfahrungen von Feuerwehren in Rheinland-Pfalz sowie in anderen Bundesländern. Bereits im Jahr 2012 hat die Berufsfeuerwehr Wiesbaden die Gefährdung von Einsatzkräften durch Kohlenmonoxid in einer Studie belegt. Neben den Angehörigen der Feuerwehren sind auch die vorgehenden Kräfte des Rettungsdienstes hiervon betroffen. Hier wird es an den zuständigen Stellen liegen, eine Ausstattung mit entsprechenden Mess- und Warngeräten gewährleisten. Jedenfalls belegt das Einsatzgeschehen die Notwendigkeit.

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